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Großsägewerk in Nordmähren eingeweiht (Holz-Zentralblatt Nr. 41/2004)
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 Großsägewerk in Nordmähren eingeweiht (Holz-Zentralblatt Nr. 41/2004)
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Das in einer Rekordbauzeit von nur acht Monaten am Standort Paskov in der Nähe von Ostrava (Tschechien) errichtete Spanersägewerk der Mayr-Melnhof-Holz-Gruppe wurde am 7. Mai in Anwesenheit des tschechischen Senatsvizepräsidenten Pemysl Sobotka und des Landeshauptmanns von Nordmähren, Even Tošenovský, feierlich eröffnet.
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In ihren Eröffnungsreden ließen Gottfried Pfister, Vorstandssprecher der Mayr-Melnhof Holz Holding AG (kurz „MM“), und Alfred Heinzel, Eigentümer des unmittelbar benachbarten Zellstoffwerkes Biocel, aufhorchen. Pfister bezeichnete neben dem Ausbau der eigenen Wertschöpfung am Standort Paskov die Etablierung eines Holzclusters nach steirischem Vorbild als künftiges Vorhaben. So konnten mit dem ehemaligen Chef der Mayr-Melnhof Karton AG, Michael Gröller, bereits ein Palettenhersteller sowie ein tschechischer Pelletsproduzent als Investoren auf der Erweiterungsfläche unmittelbar neben dem Sägewerk gewonnen werden. Im Endeffekt sollen in Paskov auf einer Gesamtfläche von rund 200 ha mehrere Holz verarbeitende Betriebe beheimatet werden. Heinzel bezeichnete den politischen Zusammenschluss Europas als die Erfüllung eines Traums. Der wirtschaftliche Zusammenschluss bestehe aber schon seit mindestens 15 Jahren. |
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Sägewerkseinweihung am 7. Mai mit vielen Gästen
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Die Eigentümerfamilie von Mayr-Melnhof Holz (v.l.n.r.): Carl Anton Graf Goess-Saurau, Nikolaus Mayr-Melnhof-Saurau, Franz Baron Mayr-Melnhof-Saurau, Erzsébet Baronin Mayr-Melnhof-Saurau, Melanie von Ankershofen, Dr. Nikolaus von Ankershofen
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Holzeinkauf gemeinsam mit Biocel
Der Rundholzeinkauf erfolgt in einer Einkaufsgesellschaft (Wood Paskov s.r.o.) gemeinsam mit Biocel. Diese Einkaufsgemeinschaft besorgt die Mengen des notwendigen Schleifholzes für die Zellstoffindustrie sowie das Rundholz für die Sägeindustrie. Das Holz kommt hauptsächlich aus dem nahen Umkreis. Es gibt mehrere langfristige Verträge, unter anderem mit den tschechischen Staatsforsten. Der Holzvorrat in den Beskiden sei ausgezeichnet. Das sei das Haupteinkaufsgebiet, es kommen aber auch Mengen aus der Slowakei, kleine Mengen aus Polen, und auch der „ganz Osten“ steht sozusagen vor der Haustür. Die Rundholzanlieferung erfolgt derzeit großteils mit dem LKW, wobei es auch seitens der Bahn Möglichkeiten gibt, da das Sägewerk voll an das tschechische Bahnnetz angeschlossen ist. Mit der Qualität des Rundholzes ist man zufrieden. Das Holz ist gesundastig und weist relativ wenig Harzgallen auf. Das Werk in Paskov ist auf die Stärkeklassen 1b und 2a ausgerichtet. Derzeit liegt der durchschnittliche Rundholzdurchmesser bei 22 cm.
Durchdachte Rundholzmanipulation
Der Rundholzplatz wurde von der Firma Springer errichtet, die Entrindungsmaschine ist eine Nicholson „A8“. An dieser wird Stamm an Stamm mit einer maximalen Vorschubgeschwindigkeit von 120 m/min. gefahren. 64 Abwurfboxen stehen für die Sortimente zur Verfügung. Die derzeitige Leistung der Rundholzsortierung beträgt 1500 FM pro 8-Stunden-Schicht. Die Messeinrichtungen stammen von der Firma Sprecher Automation aus Linz. Die Vormessung ist eine Zwei-Ebenen-Messung. Die Hauptmessung, die hinter der Entrindungsmaschine erfolgt, ist eine 3-D-Messung. Zusätzlich eingebaut ist ein Metalldetektor Microtec, Brixen, zum Erkennen von Splitterstämmen und Metallteilen. In einer späteren Ausbauphase kann an dieser Stelle ein Röntgenscanner für die Qualitätserkennung, Dichtemessung usw. eingebaut werden. Die Rundholzplatz-Steuerung erfolgt mit einem Bedienungsmann am Steuerpult für die Beurteilung der Qualitäten und Holzarten. Der Bereich Rundholz-Aufgabe und Boxen-Entleerung sowie die ganze Bewirtschaftung des Platzes wird von drei Volvo-Radladern „L180“ durchgeführt. Zusätzlich steht ein Liebherr-Bagger zur Verfügung, der für Ordnung am Rundholzplatz sorgt. Die Längenverteilung des Holzes sieht in etwa so aus: 50 % sind Fünf-Meter-Längen, 30 % Drei-Meter- und 20 % Vier-Meter-Längen. Die durchschnittliche Holzlänge liegt derzeit bei etwa 4,20 m. Die Fünf-Meter-Längen werden in erster Linie für den amerikanischen Markt verwendet, das Drei-Meter-Holz wird ausschließlich für Japan-Ware eingesetzt. Die Länge von 4,00 m ist für Europa bestimmt. Kleinere Mengen mit einer Endlänge von 3,66 m sind wieder für den amerikanischen Markt bestimmt. Frühestens für 2005 steht die Errichtung eines zweiten Rundholzplatzes auf dem Plan. Dieser Kurzholzplatz soll speziell auf die Holzlänge 2,40 m für Amerika und 3,00 m für Japan ausgerichtet werden. Der bestehende Rundholzplatz wird dann nur noch die Vier- und Fünf-Meter-Längen sortieren, Erst dann wird es möglich, in die Größenordnung von 1 Mio. Fm Jahreeinschnittleistung vorzudringen, Der zweite Rundholzplatz soll mit 56 Abwurfboxen im Drei-Schicht-Betrieb eine Jahresleistung von etwa 450 000 Fm erreichen.
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Energieversorgung
Generallieferant der Energieversorgungsanlagen war die Firma Urbas aus Völkermarkt, Kärnten. Sie hat das Gebäude inklusive der gesamten Ausstattung und Installationen errichtet. Sämtlich werksinternen Energieanlagen wurden dabei von Sprecher Automation geliefert und installiert. Die beiden Urbas-Heizkessel können separat gefahren werden und speisen ein zentrales Netz. Urbas wurde seitens des Investors als Lieferant favorisiert, weil das Unternehmen aus Sicht von Mayr-Melnhof das größte Know-how im Bereich von Feuerungstechnik für frische Rinde hat. In Paskov wird Rinde mit einem Feuchtigkeitsgehalt bis 60 % verheizt. Die gesamte anfallende Wärmeenergie in der Größenordnung von 20 MW wird für den Prozess gebraucht. Dazu gehören im Endausbau die Trocknung von 350 000 m³ Schnittholz sowie die Beheizung der Büros und anderer Räume in den Wintermonaten. Die Anlage ist mit Elektrofiltern ausgestattet und entspricht den neuesten Vorschriften. Was die Emissionen anbelangt, so haben die tschechischen Behörden bereits EU-Maßstäbe angelegt. Eine Verstromung ist derzeit nicht geplant. In Tschechien sind Öko-Strom-Tarife zwar im Kommen, stehen jedoch noch nicht fest. Mit den derzeit angedachten Preisen lasse sich das nicht wirtschaftlich betreiben, so die Aussage von Mayr-Melnhof. Die Stromerzeugung werde aber für die Zukunft ins Auge gefasst. In einer 95 m langen Halle erfolgt die Rundholzverarbeitung. Bis zum Beginn der Linck-Linie ist die Firma Sprecher für den elektrischen und elektronischen Teil zuständig, d.h. für alles, was mit der Rundholzmanipulation zusammenhängt. Der entsprechende Part beim Schnittholz fällt hingegen in den Zuständigkeitsbereich von Microtec. Am Eingang der Einschnittstraße wird eine 3-D-Messung von Sprecher für die automatische Stamm-Eindrehung vor dem ersten Spaner eingesetzt. Im Hinblick auf den Kurzlängen-Einschnitt von 2,4- und 3-Meter-Längen mit Stückzahlen von 42 bis 44 Abschnitten pro Minute auf der Linie reicht eine einzige Rundholzzubringung nicht mehr aus. Daher wurde die Variante mit der Zubringung von zwei Seiten gewählt. Die Linck-Profilspanerlinie der Modellreihe „VM50“ besteht aus einem Vor- und einem Nachschnittspaner, zwei Profilieraggregaten mit Sägeaggregat im Vorschnitt und zwei Profilieraggregaten mit Doppelwellenkreissäge im Nachschnitt. Die Anlage arbeitet weitestgehend automatisch unter Aufsicht eines Bedienmanns. Die maximale Vorschubgeschwindigkeit der Linie beträgt nach Angabe des Herstellers 140 Meter pro Minute. Die größte Durchmessergruppe, die derzeit verarbeitet wird, ist 40 cm. Die Profilieraggregate sind mit dem „VPK“-Werkzeugsystem und ausfahrbaren Maschineneinheiten für einen bedienfreundlichen Werkzeugwechsel ausgestattet. Auf der Linck-Linie können bis vier Seitenbretter im Vorschnitt und bis vier Seitenwarebretter im Nachschnitt erzeugt werden. Die Linie ist für Holzlängen zwischen 2,40 und 5,00 Meter ausgelegt. Die fertige Schnittware gelangt am Ende der Sägelinie in die Sortieranlage, die von Springer geliefert wurde. Je nach Schnittbild fallen etwa 300 bis 400 Bretter pro Minute an, die auf zwei Schnittholz-Sortierlinien verteilt werden. Die Maschinen für die Umreifung der Schnittholzpakete lieferte Cyclop. Die Vorgabe war, ein Paket pro Minute zu binden. Jedes Paket wird mit Paketzettel und Barcode ausgestattet, so dass man im Betrieb jederzeit weiß, wo sich welches Paket befindet. Der Lagerstand ist jederzeit elektronisch in Sekundenschnelle abrufbar. Neben den Schnittholzprodukten fallen als hochwertige Kuppelprodukte z.B. Hackschnitzel und Sägemehl für die Zellulose- und Spanplattenindustrie an, die im ebenerdigen Kellerbereich der Sägelinie einer zentralen Siebstation zugeführt werden.
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In der Kabine der Profilspanerlinie wird dem Besucher bewusst, welche Bedeutung die rundum angeordnete Steuer- und Optimierungselektronik bei der Schnittholzproduktion hat
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Die Sägehalle mit der Profilspaneranlage von Linck
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Schema der wesentlichen Komponenten der Profilspanerlinie in Paskov
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Trockenkammerkapazität für fast 300 000 Kubikmeter
Derzeit gibt es 16 Trockenkammern, angeordnet in acht Zweierblöcken, bei denen die Kammern Rücken an Rücken stehen. Geliefert wurden sie von Mühlböck aus Oberösterreich. Das Fassungsvolumen beträgt derzeit 4 000 Kubikmeter, wobei eine Erhöhung auf 5 500 Kubikmeter bereits bei der Projektierung vorgesehen wurde. Die Trockner- Infrastruktur wurde schon dafür vorbereitet und die notwendigen Platzverhältnisse geschaffen. Ein Trocknerblock wurde mit Harmoniesteuerung ausgeführt. Das derzeitige Jahresvolumen der Schnittholztrocknung beträgt etwa 290 000 Kubikmeter, im Endausbau sollen es etwa 350 000 bis 370 000 Kubikmeter sein.
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Rasch gehobelt
Der Schnittholzproduktion angegliedert ist eine Hobelanlage. Die Hobelmaschine, eine Sieben-Wellen-Maschine vom Typ „Stratoplan 7V-S600“ stammt von Ledinek, Maribor (Slowenien). Sie hat eine maximale Vorschubgeschwindigkeit von 600 m/min und ist damit nach Angaben seiner Betreiber derzeit Europas schnellste Hobelmaschine im Einsatz. Man habe sich für Ledinek entschieden, weil man überzeugt davon ist, dass dieser Hersteller derzeit die innovativste Technik im Bereich Hobeln anbietet, heißt es von Seiten Mayr-Melnhof.
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Restholzentsorgung
Die gesamten Anlagen zur Weiterbehandlung der Sägenebenprodukte wurde von der Firma Rudnick&Enners, Alpenrod, errichtet. Im Bereich Hackschnitzel ist sie auf eine maximale Leistung von 450 Raummetern pro Stunde ausgelegt, im Bereich Sägespäne auf 350 Raummeter pro Stunde. Die Verarbeitung erfolgt über ein Doppelsieb mit der Möglichkeit der Verteilung, so dass im Notfall, d.h. falls ein Sieb steht, auch über das zweite Sieb gefahren werden kann. Die Hackgutqualifizierung erfolgt nach der Scan-Norm, damit erfüllen die Schnitzel die Voraussetzungen für die Abnahme bei Biocel. Die Späneabsaugung für Hobelanlage und Kappsägen arbeitet mit rund 83 000 Kubikmeter Gesamtluftmenge pro Stunde. Da die Hobelanlage von Ledinek eine Vorschubleistung bis zu 600 Laufmeter pro Minute erreicht, müssen dort stündlich allein rund 250 Kubikmeter Material abgesaugt werden. Zur Abscheidung der großen Materialmenge wird daher vor dem Scheuch-Ligno-Filter ein Zyklonabscheider eingesetzt (Leistung: 46 000 Kubikmeter pro Stunde). Hier wird ein Großteil des Spänematerials abgeschieden und über eine Zellenradschleuse an einen Förderer übergeben. Das Staub-Späne-Gemisch der Absauggruppe 2 der Hobelanlage und das Material der Kappsägen werden direkt in der Filteranlage eingebracht. Umfangreiche Sicherheitstechnik wie Druckentlastungs- und Temperaturüberwachungseinrichtungen, Trockenlöschleitung, Drehflügelwächter, Drehüberwachungen sowie Rückschlagklappen gewährleisten die Betriebssicherheit der Anlage. Sie ist darüber hinaus mit Funkenflugerkennung und Sprinklern ausgerüstet und entspricht modernsten Sicherheitsstandards.
Wohin geht das Schnittholz?
Die Schnittholzproduktion in Paskov ist speziell auf die Märkte USA und Japan ausgerichtet. Geringe Mengen sollen auch auf den mitteleuropäischen Markt untergebracht werden. Bremen bzw. Hamburg werden derzeit für die Verschiffung zu verschiedenen Destinationen in die USA und Japan genutzt. Der polnische Ostseehafen Gdansk wird noch geprüft. Schnittholz für Italien und Österreich wird per Bahn transportiert, das Werk besitzt einen eigenen Bahnanschluss. Kleinere Mengen werden per LKW ausgeliefert. Dies sind jedoch Mengen, die im Moment vernachlässigbar sind. In diesem Jahr soll auch ein eigener Autobahnanschluss gebaut werden.
Was noch kommt...
In unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden Betriebsgelände wird ein Pelletierwerk errichtet. Dorthin sollen die (trockenen) Hobelspäne sowie die anfallenden Sägespäne verkauft werden. Das Werk, das in Etappen errichtet wird, soll im Endausbau etwa 400 000 bis 450 000 Raummeter Sägespäne zu Pellets verarbeiten. Mayr-Menhof wird hierfür das Rohmaterial und auch die benötigte Wärmeenergie zur Trocknung der Sägespäne zur Verfügung stellen. Der Baubeginn ist Mitte des Jahres, im Juni 2005 sollen die ersten Pellets produziert werden.
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Blick über den Rundholzplatz, geliefert von der Maschinenfabrik Springer
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Für die gesamte Absaugung im Bereich des Hobelwerkes ist Scheuch zuständig
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Kippentstapelung der fertig getrockneten Schnittware vor der Sortierung
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Blick über das Schnittholzlager und die Trocknungsanlagen. Im Hintergrund Ausläufer der Beskiden, deren Holzvorräte die Basis der Produktion bilden.
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